Autoren Interview

Die Neuerscheinung mit dem Titel Ich bin kein Dummes Buch ist seit Februar 2020 erhältlich. Ich hatte die Gelegenheit mit den Autoren Ole Kretschmann und Robin Bachmann zu sprechen. Ole ist Robins Onkel.

Ihr habt gemeinsam den Titel Ich bin kein Dummes Buch entwickelt. Was war der Auslöser für das Buch?

Ole: Meine Tochter hat an ihrem dreizehnten Geburtstag ein Smartphone bekommen und augenblicklich wurde das Handy zum Fixpunkt in ihrem Leben. Ihre Wahrnehmung verengte sich auf den Bildschirm. Zeuge dieser Veränderung zu werden, hat mich nachdenklich gemacht. Meine Gedanken zu dem Thema habe ich mit Robin diskutiert.

Robin: Ich hatte mir dazu auch Gedanken gemacht und auf einem Waldspaziergang sind wir dann auf die Idee gekommen, ein Buch zu machen. Das Buch sollte aussehen wie ein Smartphone, Apps haben, Klingeltöne, Einstellungen – ein Smartphone aber als Buch.

Wie ist eure persönliche Haltung zu Smartphones?

Robin: Smartphones sind sehr nützlich. Man muss aber immer auch vorsichtig sein, weil es viele falsche Informationen im Netz gibt und das Smartphone Suchtpotential hat.

Ole: Ich hänge eh schon genug am Computer. Hätte ich unterwegs Zugriff auf Emails und Daten, würde ich das nutzen. Daher besitze ich kein Smartphone.

Wie kann man sich eure Zusammenarbeit vorstelle?

Robin: Ich lebe in Köln, Ole in Berlin. Wir haben uns gelegentlich getroffen, den jeweiligen Stand der Dinge besprochen und neue Ideen entwickelt.

Ole: Wir hatten jede Menge Ideen für Paper-Apps. Der regelmäßige Austausch mit Robin war neben der Ideenfindung entscheidend bei der Auswahl der Themen.

Wie kann ich mir den Entstehungsprozess des Buches vorstellen?

Ole: Ich habe eine erste primitive Version des Buches gebastelt und bin damit zu Freunden und Bekannten gegangen um Feedback zu bekommen. Die Idee kam gut an. Eine befreundete Grafikdesignerin hat über Nacht ein paar Entwürfe gemacht und sie mir gezeigt. Die sahen so cool aus, da wusste ich: Das machen wir jetzt wirklich.

Wo ist der beste Ort, euer Buch zu benutzen?

Robin: Das Format lädt dazu ein, das Buch mit sich zu tragen, daher würde ich sagen, es lässt sich überall gut nutzen.

Ole: Unterwegs, wenn die Langeweile anklopft. Smartphone stecken lassen, Buch aufschlagen und eine Papier-App starten.

Wenn ihr die Person beschreiben solltet: Für wen habt ihr das Buch gemacht?

Robin: Für meinen Zwillingsbruder, der ständig am Smartphone hängt.

Ole: Viele Menschen haben das Gefühl, zu viel Zeit an ihrem Smartphone zu verbringen. Die Geräte haben einen Suchtfaktor. Wir leben in diesem ständigen innerer Kampf: Abschalten gegen Anlassen. Das Buch ist als Überleitung in einen gerätefreie Zeit gedacht.

Das Buch ist im neu gegründeten Verlag Pretty Analog erschienen. Was können wir von dort noch erwarten?

Robin: Wir werden jedes Jahr eine leistungsstärkere, buntere Version von Ich bin kein Dummes Buch herausbringen – mit vielen neuen tollen Apps.

Ole: Ursprünglich wollten wir gar keinen Verlag gründen. Wir hatte beabsichtigt das Buch ganz klassisch an einen Verlag zu geben. Uns war aber auch klar, dass das besondere Buchformat in Kombination mit dem Thema Digitalisierung noch viel Raum für coole Ideen bietet. Also haben wir gesagt: wir machen das jetzt - obwohl wir keine Ahnung von der Buchbranche haben.

Im Frühjahr kommt die englische Version I’m not a Dumm Book heraus. Darüber hinaus sind weitere Titel in Arbeit.

08.03.2020